Eisenbahnromantik und (Verkehrs-)Politik

Die Filme der bekannten SWR-Sendereihe "Eisenbahnromantik" vermitteln nicht nur die Freude an der Eisenbahn. Sehr oft beleuchten sie auch das Umfeld, in dem eine bestimmte Bahn verkehrt.

Exklusiv für die Teilnehmer der 37. Horber Schienen-Tage 2019 zeigen wir zum Abschluß zwei Filme, die lokal und global das Handlungsumfeld "Eisenbahn und Politik" beleuchten. Der brandneue Film von Hermann Abmayr "Die Gäubahn – Das Ende einer Magistrale?" greift die aktuelle Diskussion zur Zukunft der Gäubahn auf. Der gut sieben Jahre alte Film "Mit dem Zug durch die Türkei" von Alexander Schweitzer läßt die Vergangenheit aufleben und ist heute wieder topaktuell.

Die Gäubahn

Das Ende einer Magistrale?

Die Zugverbindung zwischen Stuttgart und Singen und weiter bis Zürich war einst eine wichtige Magistrale. Man konnte durchgehend von Berlin über Stuttgart bis Mailand oder La Spezia fahren. Heute verkehren die Züge der Deutschen Bahn nur noch zwischen Stuttgart, Singen und Zürich. Der Film erzählt die über 140-jährige Geschichte der Gäubahn und fragt, wie es weiter geht.

Zur Einweihung der Gäubahn vor 140 Jahren wurde sogar ein eigener Marsch komponiert. Man hat die Stecke dann so lange ausgebaut, bis sie durchgehend zweigleisig war. Doch seit Kriegsende liegt zwischen Horb und Tuttlingen nur noch ein Gleis. Bis heute.

Große Änderungen stehen wegen der Bauarbeiten für "Stuttgart 21" an. So soll der Start- und Endbahnhof der Gäubahn in zwei S-Bahn-Stationen verlegt werden. Für eine Übergangszeit von mehreren Jahren werden Umsteiger damit in der Regel eine Fahrzeitverlängerung von einer Stunde in Kauf nehmen müssen.

Nach der Fertigstellung von "Stuttgart 21" sollen die Züge aus dem Süden nicht mehr über die Stuttgarter Panoramastrecke zum neuen Hauptbahnhof fahren, sondern über den geplanten Flughafenbahnhof und einen langen Tunnel. Kritiker wollen aber an der alten Trasse festhalten und zumindest einen Teil des Kopfbahnhofs retten. Genauso der Landesverkehrsminister. Er schlägt vor, die Bahnsteige dann unter die Erde zu legen.

Ein Film von Hermann Abmayr
Eisenbahnromantik Folge 973, Erstausstrahlung im SWR: 25. Oktober 2019

Nach der Vorführung beantwortet der Autor Fragen zum Film.

 

Mit dem Zug durch die Türkei

"Eisenbahnen sind der Garant des zivilisatorischen Fortschritts", das sagte Atatürk, der Gründer der modernen Türkei, vor bald einem Jahrhundert. Seitdem ist viel Zeit vergangen und wir wollen nun mit dem Zug durch die Türkei auf Entdeckungsreise gehen.

Ausgangspunkt ist Istanbul. Wir verlassen die Metropole am Bosporus vom Bahnhof Haydarpasa aus auf Gleisen der ehemaligen Bagdadbahn. Vor uns liegt eine fast 1.900 Kilometer lange Bahnfahrt durch Anatolien bis zum größten See der Türkei, dem Vansee ganz im Osten. Hier ist es nicht mehr weit bis zur iranischen Grenze. Wir lernen eine moderne Türkei mit Hochgeschwindigkeitszügen genauso kennen wie den althergebrachten Meerschaumabbau. Auch in der Hauptstadt Ankara wird der Spagat zwischen Modernität und Tradition deutlich. Moderne Glasarchitektur und das Strammstehen der Schüler beim Singen der Nationalhymne, auch das ist die Türkei von heute. Da fährt dann sogar der Staatspräsident mit der Eisenbahn.

Von Ankara aus legen wir unsere Reise im Transasia-Express zurück, einem Zug, der Istanbul mit Teheran verbindet. Er führt uns immer weiter Richtung Osten, vorbei an schneebedeckten Bergen. Wir besuchen einen Turkmenen bei seiner Arbeit als Schafshirte und lauschen einer Musikart, bei der die Sänger Nadeln zwischen die Lippen stecken. Es ist ein Wettbewerb, bei dem der erste, der blutet, verliert. Und immer weiter rattert der Zug Richtung Osten. Unter Wasser beobachten wir sogenannte "Doktorfische", die bei der Behandlung der Schuppenflechte helfen sollen. Noch weiter im Osten fahren wir im Kurdengebiet durch das "Tal des Todes". Östlich von Elazig wird der Zug von Sicherheitsleuten bewacht. Die PKK ist hier aktiv. Nach weiteren Stunden erreichen wir den Vansee. Er ist etwa sieben Mal so groß wie der Bodensee, und wir steigen gemeinsam mit dem Gepäckwagon um auf eine Eisenbahnfähre. Um den See herum führen nämlich keine Schienen. Im See soll es aber ein Ungeheuer geben, das auf den Namen "Vanessie" hört. Etwa 90 Kilometer vor der Grenze zum Iran endet diese einzigartige Fahrt durch eine Türkei fernab der Touristenströme – eine etwas andere Reise.

Ein Film von Alexander Schweitzer
Eisenbahnromantik, Erstausstrahlung im SWR: 9. Juni 2012

 

Die Beschreibungen der Filme basieren auf Pressetexten des SWR.


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